Für Senioren – und mehr

Für Senioren – und mehr
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Oft sind unsere Kolleginnen und Kollegen, wenn sie in den Ruhestand treten unsicher, mit den bürokratischen und sozialen Konsequenzen in diesem neuen Lebensabschnitt fertig zu werden. Der dbb hat erkannt, dass diesem Kollegenkreis Hilfe angeboten werden sollte. Im November 2013 gründete sich die dbb bundesseniorenvertretung als Nachfolgeorganisation des BRH – Bund der Ruhestandsbeamten – in Berlin.

Um auch der betroffenen Kollegenschaft in der DJG Informationen und Hilfe anbieten zu können, wurde bereits vor einigen Jahren der Fachbereich RRHS – Ruhestandsbeamte, Rentner, Hinterbliebene und Schwerbehinderte – gegründet.

Ein Seminar der DJG/RRHS vom 11. bis 13. Mai 2015 in der dbb akademie in Königswinter-Thomasberg hatte verschiedene Themen auf der Agenda, deren Behandlung helfen soll, ein Angebot für unseren Kolleginnen und Kollegen im Ruhestand zu erarbeiten. In diesem Seminar referierte zu Beginn Wolfgang Speck als Vorsitzender der dbb bundesseniorenvertretung über deren Aufgaben und Ziele. In den Fachgewerkschaften des dbb werden sehr viele Ruhestandsmitglieder betreut. Wenn auch im Beamtenbereich die Vorschriften in der Hauptsachen Länderangelegenheiten sind, so werden doch manche Bestimmungen über die Bundesgesetzgebung geregelt. Dies gilt insbesondere für den Bereich der Rentenempfänger. Hier ist die Seniorenvertretung mit den dbb aktiv. Die Vorhaben und deren Ergebnisse werden in der Zeitschrift „AiR – Aktiv im Ruhestand“ veröffentlicht. Sie ist ein kompetenter Informant und Ratgeber für alle Bereichen des Ruhestandes.

Ziel soll es sein, die Kolleginnen und Kollegen im Ruhestand für unsere Gewerkschaft zu gewinnen, bzw. die in den Ruhestand tretende Mitglieder in unserem Fachverband weiter zu betreuen, sie zu informieren und ihnen zu helfen. Gerade in diesem Lebensabschnitt treten oft Probleme im Versorgungs-, Renten-, Beihilfe- oder Krankenversicherungsrecht auf. Mit einen geringen Beitrag können sie unserer Hilfe nutzen.

In einem weiteren Referat schilderte unser Kollege Klaus Plattes, Landesvorsitzender der DJG Nordrhein-Westfalen, den Stand der Vorhaben Einführung der Elektronischen Akte in der Justiz und die Erhebungen der PEBB§Y-Untersuchungen. Sicher Informationen für die aktiven Kollegen aber die Ruheständler lauschten den Ausführungen mit großem Interesse. Die unbefriedigende Auswertung der PEBB§Y-Erhebung im mittleren Dienst wurde auch durch seine Schilderungen deutlich.

Ein Schwerpunkt der Diskussion im Plenum war auch das Schwerbehindertenrecht. Plattes appellierte an diese Betroffenen, sich einzubringen und entsprechende Aufgaben zu übernehmen. Die Integration der Behinderten in den täglichen Arbeitsprozess, ist auch eine wichtige Aufgabe unserer Gewerkschaft.

„Pflegebedürftig – was nun?“, zu diesem Thema referierte der stellvertretende Landesvorsitzende des dbb Bremen Kurt Scherff. Mit dem Älterwerden der Menschen in Deutschland, aber auch der Kollegenschaft in der Justiz, rückt das Thema „Pflege“ immer mehr in das Tagesgeschehen. Die Frage der Pflegebedürftigkeit, des Beratungsanspruches, der Leistungsvoraussetzungen, der Pflegestufen, der Leistungen waren Gegenstand seines Vortrages.

Das neue „Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf“, welches das Pflegezeitgesetz ( PflegeZG) im § 92a ergänzt, eröffnet die Möglichkeit , pflegebedürftige nahe Angehörige in häuslicher Umgebung zu pflegen. Diese, und weitere Regelungen wurden vorgestellt und gaben Anlass zu eingehenden Diskussionen. Ein umfassendes Thema, welches aber sehr orientierend vom Referenten dargestellt wurde. Sein „Ratgeber zur Pflege“ ist unter www.dpvkom.de zu finden.

Sind sich eigentlich unsere Kolleginnen und Kollegen darüber im Klaren was geschieht, wenn sie selbst einmal nicht mehr selbst bestimmen können, was für sie zu tun ist? Hier kann Abhilfe geschehen, indem sie rechtzeitig und im Vollbesitz ihrer geistigen Fähigkeiten eine Vorsorgevollmacht erstellen in der sie festlegen, was für sie in finanzieller und krankheitsbedingter Situation erledigt werden soll. Sie bestimmen eine Betreuerin oder einen Betreuer, zu dem sie absolutes Vertrauen haben in dieser Vollmacht. Ohne eine solche Vollmacht entscheidet sonst das Betreuungsgericht über einen Betreuer. Ist das dann eine Vertrauensperson?

Über die Vorsorgevollmacht und die Patientenverfügung referierte Gerhard Zieseniß, der zu diesem Thema einen Ratgeber geschrieben hat. Das hier Vermittelte erreichte bei den Teilnehmern doch Nachdenklichkeit, weil sie selbst über diese Erfordernisse bisher nicht intensiv nachgedacht hatten. Aber die Diskussion schaffte Bewusstsein, jetzt schleunigst aktiv zu werden.

Insgesamt war dieses Seminar, insbesondere aus der Sicht der Teilnehmer, sehr informativ und fordert zu einer Wiederholung.

13. Mai 2015
Gerhard Zieseniß

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