Deutsche Justiz-Gewerkschaft
22. Dezember 2021

Auswertung der Umfrage: „Home-Office“ in der Justiz

    Im August bis September d. J. hatten wir aufgerufen an unserer Online-Umfrage zum Thema Home-Office teilzunehmen. Zunächst einmal danken wir allen Umfrage-Teilnehmern ganz herzlich für die Teilnahme!

    Hintergrund unserer Umfrage war, dass es nach Ende der Corona-Notbremse, die am 30.06.2021 endete, den Anschein hatte, als es unseren Dienstherren nicht schnellgenug gehen konnte, die Kolleginnen und Kollegen wieder in Präsenz in die Amtsstuben zu holen.

     

    Leider wurde von vielen Dienststellen nach dem Lockdown weder von der damaligen Empfehlung möglichst viele Mitarbeiter von zu Hause arbeiten zu lassen, noch wird aktuell von der Vorgabe des Infektionsschutzgesetzes Home-Office entsprechend anzubieten, Gebrauch gemacht. Vor dem Hintergrund der neuen Omikron-Variante sollten solche Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter doch dringenden Vorrang haben.

    Der Flickenteppich, was die Umsetzung des Home-Office betrifft ist, hat in der Justiz sehr große Löcher. Dies mag auch dem Umstand geschuldet sein, dass durch die zuständigen Ministerien keinerlei Prüfungen und Empfehlungen ausgesprochen werden, welche Justizarbeitsplätze „homeoffice-fähig“ sind oder sein könnten. So hören wir aus den Justizministerien immer wieder, dass man dort nicht entscheiden könne, welche Arbeitsplätze für Home-Office in Frage kämen oder nicht. Eine solche Entscheidung müsse man schon den Dienststellen überlassen. Damit sind natürlich die uneinheitlichen Handlungen in den Dienststellen vorprogrammiert und nachvollziehbar.

    Es hat aber auch gleichzeitig den Anschein - wenn es nicht gerade an der Technik mangelt -, als würden die einzelnen Dienststellen nach „Gutsherrenart“ entscheiden, wer wann wie im Home-Office arbeiten darf oder eben auch nicht. So könnten, laut unserer Umfrage, jetzt schon weit aus mehr Mitarbeiter im Home-Office arbeiten, als es von den einzelnen Dienststellen, offenbar nur unter Lock-Down-Druck, zugelassen wird.

    Es wirkt schon sehr befremdlich, wenn ein Servicegeschäftsstellenmitarbeiter des Amtsgerichts in A im Home-Office arbeitet, während der Mitarbeiter mit den gleichen Aufgaben des Gerichts B in der Amtsstube arbeiten muss, selbst wenn die dafür notwendige Technik vorhanden ist.

    Unser Fazit: Home-Office in der Justiz hat noch jede Menge Luft nach oben, und deshalb wird sich die DJG für den weiteren Ausbau des Home-Office bei den zuständigen Ministerien stark machen!

    Die Auswertung im Einzelnen finden Sie in unserer aktuellen Ausgabe der DJG-Notizen.

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